Mitarbeiter wollen beteiligt werden

5. Juli 2019

Mitarbeiter wollen beteiligt werden. Wird diese Haltung in Unternehmen vernachlässigt, sind Defizite vorprogrammiert.

  • Defizite im eigenverantwortlichen Handeln.
  • Defizite, um flexibel auf Unvorhergesehenes zu reagieren.
  • Defizite in der Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen.
  • Defizite sich mit Ideen kreativ einzubringen.
  • Defizite den eigenen Aufgabenbereich zu optimieren.
  • Defizite sich für das Unternehmen zu engagieren.

 

Was macht eine gute und wirksame Beteiligung von Mitarbeitern aus? Fragt man die Mitarbeiter, dann liegt es häufig an der unzureichenden Information und Kommunikation im Unternehmen. Mitarbeiter fühlen sich nicht beteiligt, obwohl das Unternehmen regelmäßig über das Intranet und Mailings aus der Top-Etage informiert. Dazu muss man wissen, dass Informieren die schwächste Form der Beteiligung ist. Nennen wir es Einbindung der Stufe 1.

In der Stufe 2 dagegen führt die Auseinandersetzung mit der Information zur Wirkung. Das kann in Teammeetings oder in Einzelgesprächen erfolgen. Eine gute Führungskraft wird häufiger die Frage stellen „Was bedeutet das für uns als Team?“ oder „Wie denkst du darüber?“ und sich Feedback einholen. Indem die Mitarbeiter um ihre Meinung gebeten werden, findet Beteiligung statt. Jedes Feedback ist in zweierlei Hinsicht wertvoll: zum einen erfahren Sie Aspekte zur Sache, die Sie vielleicht so bislang nicht gesehen haben und zum anderen eröffnet jedes Feedback einen Einblick in die Denkweise und Einstellung des Mitarbeiters. Daher sind Einzelgespräche oftmals wirksamer als die Aufforderung zum Feedback in einem Teammeeting.

Das lässt sich in der Wirkung weiter steigern, indem Sie ihre Mitarbeiter am Thema, am Projekt, an der Initiative mitarbeiten lassen. Richtig eingesetzt, ist diese Form der Beteiligung zugleich auch ein wichtiges Instrument der Personalentwicklung. In der Stufe 3 bedeutet Beteiligung an Ergebnissen mitzuwirken oder Entscheidungen vorzubereiten. Das sollte die häufigste Form der Beteiligung sein.

Die Stufe 4 der Beteiligung ist gegeben, wenn die Mitarbeiter entscheiden dürfen. Ob in einem Projekt, in Veränderungen oder in Gremien: wer mitentscheiden darf, identifiziert sich mit der Lösung.

Die maximale Beteiligung auf Stufe 5 ergibt sich, wenn Mitarbeiter die Lösungen oder Ergebnisse anderen präsentieren, um sie zu überzeugen oder für die Sache zu gewinnen. Zum Beispiel das Vorstellen des neuen Prozesses in der Nachbarabteilung.

In den Stufen 3 bis 5 hängt der Grad der Beteiligung von der Fach- und Methodenkompetenz, sowie von der Persönlichkeit des Mitarbeiters ab. Mitarbeiter mit einem hohen Reifegrad werden daher häufiger wirksam beteiligt.

Der Grad der möglichen Beteiligung hängt vom Thema und von der Situation ab. Es wird Situationen geben, in der nur die Stufe 2 möglich und gewünscht ist. Genauso wird es aber auch Themen geben, in denen die Leitplanken links und rechts genügend Spielraum fürs Mitarbeiten und Entscheiden erlauben.

 

Praxistipps

  • Praxistipp 1: Beteiligen muss man üben. Der professionelle Umgang mit kritischem Feedback und das Gewinnen eines Mitarbeiters, in einem Thema verantwortungsvoll mitzuarbeiten, gelingt am besten in Einzelgesprächen.
  • Praxistipp 2: Greifen Sie Unternehmensinformationen in Teammeetings auf. Wie ist die Information verstanden worden und wo gibt es Klärungsbedarf? Was davon betrifft das eigene Team?
  • Praxistipp 3: Fragen Sie Ihre Mitarbeiter nach deren Sicht auf die gewünschte Beteiligung.
  • Praxistipp 4: Leben Sie eine Feedback-Kultur.
  • Praxistipp 5: Halten Sie anderslautende oder ablehnende Meinungen ihrer Mitarbeiter aus und lernen Sie Ihre Mitarbeiter und deren Sicht der Dinge kennen.